München

PROGRAMM MÄRZ 2020 BIS AUGUST 2020

TERMIN: Führungsprogramm März bis August 2020 -
München

Für das Frühling/Sommer Semester 2020 haben wir wieder eine Reihe von Führungen in München geplant, die von März bis August 2020 einmal monatlich stattfinden werden. Es handelt sich um aktuelle Ausstellungen, die in verschiedenen Museen präsentiert werden. Wir wollen wieder eine kleine Gruppe von Incontrianer bilden (max. 20 Teilnehmer), die sich regelmäßig treffen und Spaß am vielfältigen kulturellen Angebot in der Stadt haben.

Sie werden vom Münchener Kunsthistoriker Dr. Gerhard Wohlmann geführt, der Sie sachlich und kompetent, aber auch humorvoll und légère durch die verschiedenen Ausstellungen begleiten wird. Worum es geht und was Sie erwartet, entnehmen Sie bitte den nachstehenden Beschreibungen.

Die Teilnahme an den 6 Führungen kostet 120 € pro Person exklusive Eintrittskarten, die Sie sich bitte selbst vor Ort besorgen. Die Buchung einzelner Führungen ist nicht möglich. Sie haben aber die Möglichkeit, wenn Sie mal verhindert sind, jemanden an Ihrer Stelle teilnehmen zu lassen. Die Treffpunkte sind immer im Kassenraum der jeweiligen Museen, in der Hypo Kunsthalle im oberen Kassenraum, an den angegebenen Tagen und Uhrzeiten.

Bei Interesse schreiben Sie uns bitte eine Email unter incontri@incontri.de, damit wir Ihnen einen Platz reservieren können.

 

11.03. 20     15: 00 Uhr             Bayerisches Nationalmuseum 

Treue Freunde. Hunde und Menschen

 

Seit jeher ist der Hund treuer Freund und Begleiter des Menschen, doch die Beziehung ist nicht ungetrübt... Gerade in Kunst und Kulturgeschichte spiegelt sich das unauflösliche und meist positiv besetzte Verhältnis zum beliebtesten Haustier auf vielfältige Weise.

Das Bayerische Nationalmuseum geht der Allianz zwischen Hund und Mensch in einer umfassenden Ausstellung auf den Grund. Mehr als 200 Werke, darunter hochrangige Arbeiten der bildenden Kunst und spektakuläre Zeugnisse der Alltagskultur, führen das uralte wechselvolle Mensch-Tier-Verhältnis in seinen verschiedenen Facetten vor Augen.

Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen sowie kaum bekannte Kunstwerke des Bayerischen Nationalmuseums eröffnen ein breites Spektrum von der Antike bis zur Gegenwart. Prominente Hundehalter wie die Queen, Sisi, David Bowie und Rudolph Moshammer sind ebenso vertreten wie Zeichnungen von Loriot und Rudi Hurzlmeier oder eine Pudel-Diamantbrosche von Grace Kelly.

Die Ausstellung umfasst zahlreiche Gattungen – von der ägyptischen Hunde-Mumie über mittelalterliche Altartafeln bis zum Hunderoboter. Die einzelnen Kapitel behandeln Themen wie Treue und Freundschaft, Dienstbarkeit, Statussymbole und Erotik, aber auch die Gefährlichkeit des Hundes. In allen Bereichen erzählt die Ausstellung auch etwas über den Menschen selbst und unsere Vorstellung von Menschlichkeit.

 

 

 

01.04.20        15:00  Uhr       Haus der Kunst, Ostflügel

Franz Erhard Walther - Shifting Perspectives

 

Franz Erhard Walther (geb. 1939 in Fulda) ist eine Schlüsselfigur der konzeptuellen Abkehr vom Bild in den europäischen Nachkriegsavantgarden und Wegbereiter für einen offenen Werkbegriff. Unter Einbeziehung des Publikums als Akteur und der Verwendung der Elemente von Ort, Zeit, Raum, Körper oder Sprache führte er eine radikale Erweiterung und Verknüpfung bildkünstlerischer Mittel herbei, die auf die Revision der Erzählstrategien der Moderne zielt. Die visionäre Tragweite seines künstlerischen Entwurfs wird einer breiten Öffentlichkeit erst heute bewusst, wie die Verleihung des Goldenen Löwen an der Biennale von Venedig 2017 zeigte.
In dem von größter Experimentierfreude geprägten und bereits in den 1950er-Jahren einsetzenden Frühwerk verleiht Walther einer schier unerschöpflichen Vielzahl von Bildbegriffen und ersten Werkideen zum Prozessualen Gestalt. Die Stofflichkeit stellt Walther mit Materialprozessen wie unter Verwendung von Kaffee, Pflanzenöl oder Sojasoße auf Papier als Bildträger infrage. Mittels seriell arrangierter Packpapierpackungen oder Luftkisseneinschlüssen vollzieht er die Umwandlung des Bildes in ein Objekt. Die ersten Wortbilder wie museum, ich bin draußen, SAMMLUNG oder NEW YORK formulieren noch während seiner Ausbildung zum Typografen bereits eine Kritik am Kunstsystem von scharfsinnigem Weitblick. Im Studium an der Düsseldorfer Akademie suchte er zeitgleich zur ausklingenden Nachkriegsmalerei des Informel im Formlosen die Form und entdeckte in der Geste die Handlung.
Mit dem 1. Werksatz und der Hinwendung zum Nähen erlebt das Konzept der Partizipation zwischen 1963-69 seinen Durchbruch, und erreicht mit dessen Aufführung in der historischen Gruppenausstellung “Spaces” im MoMA 1967 – neben Künstlern wie Michael Asher, Lary Bell, Dan Flavin und Robert Morris – seinen ersten Höhepunkt. Walther rückte das menschliche Maß und den Menschen in den Mittelpunkt seines Schaffens, die Interaktion mit der Umgebung, der Architektur und Geschichte.
Die zusehends farbiger und leuchtender werdenden textilen Materialien dienen ihm über sein gesamtes Schaffen hinweg der Entwicklung verschiedenster Werkgruppen, die immer auch um eine stete Erweiterung des Bildbegriffs kreisen.
Auch wenn Walther Andy Warhol mehrfach in New York begegnete, seine Kommilitonen Gerhard Richter und Sigmar Polke sich gleichermaßen mit der sich kommerzialisierenden bürgerlichen Gesellschaft befassten, hat Walther sich wie der Kollege Blinky Palermo nicht zu gegenständlichen Bildfindungen verleiten lassen. Die intensiven Farben der Pop-Art aber bestimmen sein durchaus malerisch geprägtes Werk bis heute, schuf er doch durchweg Gegenbilder zum traditionellen Bild.
Die Retrospektive im Haus der Kunst zeichnet die bis heute ungebrochen in die Kunstszene ausstrahlende Werkentwicklung anhand von über 250 Arbeiten aus den zentralen Schaffensphasen und den wichtigsten Werkgruppen nach. Die unterschiedlichen Entwicklungslinien im Œuvre Walthers werden umfassend mit Werkaktivierungen präsentiert, so dass eine erweiterte Lesart seines künstlerischen Wirkens möglich wird.

 

 

06.05.20                15:00  Uhr                           Kunstfoyer

Toni Schneiders. Retrospektive. "Schaut her!"

 

Toni Schneiders ist einer der stilprägenden Fotografen in Deutschland. Mit seinen Aufnahmen im Rahmen von ›fotoform‹ und ›subjektiver fotografie‹ hat er entscheidend dazu beigetragen, die Bildsprache der fotografischen Avantgarde nach 1945 zu erneuern und zu erweitern. In seinem unmittelbaren Lebensumfeld im Alpenvorland und auf Reisen in aller Welt hielt Toni Schneiders markante Momente der Wirklichkeit und des Lebens in Fotografien fest, deren Protagonist ein Mensch, ein Objekt oder eine Landschaft sein konnte. Für seine präzise komponierten Aufnahmen fand Toni Schneiders die Schönheit der grafischen Form in den einfachen und naheliegenden Dingen. Durch dezidierte Bildausschnitte und die Betonung von Fläche und Linie, von Kontur und Struktur erzeugte er Motive von großer Klarheit, setzte sie aber zugleich mit Humor und Einfühlungsvermögen in eine menschliche Perspektive. Zu seinem 100. Geburtstag widmet die Stiftung F.C. Gundlach und das Kunstfoyer München dem bedeutenden Fotografen eine Gesamtschau, die ihn als Porträtist, als Reise-, Industrie- und Landschaftsfotograf neu entdeckt.

Toni Schneiders (1920-2006), Fotografenlehre in Koblenz bis 1939, unmittelbar darauf als Frontberichterstatter eingezogen. 1948 eröffnet Schneiders ein Fotostudio in Lindau. 1949 wird er Gründungsmitglied der Gruppe „fotoform“, in diesem Kontext und in den Ausstellungen zur „subjektiven fotografie“ im In- und Ausland vielfach ausgestellt. In Merian veröffentlicht er erste Reisefotografien und unternimmt seit 1952 langandauernde Reisen unter anderem nach Äthiopien, Skandinavien, in den Mittelmeerraum und Südostasien. Seine Fotografien erscheinen in fast 200 Bildbänden.

 

 

10.06.20                15:00 Uhr                    Hypo Kunsthalle

Thierry Mugler - Couturissime

                         

Eine spektakuläre Mode-Extravaganza in der Kunsthalle München: Zum ersten Mal wird das Werk des Designers, Regisseurs, Fotografen und Parfümeurs Thierry Mugler in einer fulminant inszenierten Ausstellung präsentiert. Mehr als 140 Kreationen aus Haute Couture und Prêt-à-porter, unpubliziertes Archivmaterial sowie Werke von weltberühmten Fotografen beleuchten drei Jahrzehnte im Schaffen des Franzosen, der es seit den 70er-Jahren immer wieder schaffte, die Popkultur zu prägen und die Welt der Couture zu revolutionieren. Er wählte außergewöhnliche Materialien wie Metall, Kunstpelz, Vinyl oder Latex für die Umsetzung seiner futuristischen, glamourösen Schnitte und schuf epochemachende Kreationen, die eine ebenso sinnliche wie starke Weiblichkeit ausstrahlen.

 

 

01.07. 20                15:00 Uhr                Stadtmuseum                     

Welt im Umbruch - Malerei und Fotografie der 20er Jahre – Von Otto Dix bis August Sander

 

Die 1920er Jahre waren eine Zeit der Extreme und Gegensätze, voller Hoffnung und Elend, Licht und Schatten. Im Dialog zwischen Malerei und Fotografie beleuchtet die Ausstellung eine Zeit, die künstlerisch voller Innovationen steckte und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus mehrten. Die moderne Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit in der Malerei und des Neuen Sehens in der Fotografie strebt eine sachliche und realistischveristische Wiedergabe des Bildgegenstands an. Die Ausstellung spürt diesem künstlerischen Dialog erstmals in Porträts mit besonderem Fokus auf Akt und Selbstbildnisse, Stadtansichten, Stillleben, Darstellungen von Industrie und Technik sowie politischen Collagen nach. Neben den circa 220 Fotografien, Gemälden und Grafiken werden auch die wichtigsten Fotopublikationen der Zeit  sowie ausgewählte Filme der künstlerischen Avantgarde zu sehen sein.

 

 

05.08. 20                15:00 Uhr                  Lenbachhaus

Radio-Aktivität - Kollektive mit Sendungsbewusstsein

 

Die Ausstellung Radio-Aktivität betrachtet ausgehend von Bertolt Brechts Radiotheorie ästhetisch-politische Kollektive, die eigene Organe und Kommunikationswege schufen. "Es ist eine sehr schlechte Sache", sagte Brecht 1932 über den Zustand des neuen Mediums Radio. "Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen." Zehn Jahre nach den ersten öffentlichen Radiosendungen war Brecht desillusioniert und schlug vor, den Rundfunk umzufunktionieren, von einem Distributions- in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Dieser sollte nicht nur aussenden, sondern auch empfangen, die Zuhörer_innen nicht nur zum Hören bringen, sondern sie zu Sprecher_innen und Produzent_innen machen. Seine Überlegungen zu einem "Aufstand der Hörer" formulierte Brecht genau zu der Zeit, als das Radio in Deutschland verstaatlicht und zunehmend als Propagandainstrument instrumentalisiert wurde.

Ab dem Ende der 1960er Jahre wurde Brechts Radiotheorie heftig diskutiert. Der Grundgedanke seiner Kritik war weiterhin aktuell: Wer hat Deutungshoheit? Wer spricht und zu wem wird gesprochen? Die Utopie schrankenloser und herrschaftsfreier Kommunikation elektrisierte. Der Fokus der Ausstellung liegt auf Projekten der 1920-30er und 1960-70er Jahre. In dieser Zeit gründeten sich verschiedene Kollektive, deren Ziel es war, Sprache nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sie neu zu denken und Formen antinationaler und internationaler Kommunikation zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 


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